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Fränkischer Tag Bamberg vom 23.11.2009
Das Internationale sorgt für Spannung
Rennsporttag - Die Rad-Cross-Konkurrenz aus dem Ausland sorgt für eine neue Note beim siebten Karl-Wagner-Preis des RMV Concordia Strullendorf. Die Favoriten müssen kämpfen, um sich am Mühlberg durchzusetzen.
VON FT- MITARBEITER BERTRAM WAGNER
Strullendorf - Der siebte, in diesem Jahr erstmals internationale Karl-Wagner-Preis des RMV Concordia Strullendorf im Crossfahren hat den Radsportfans bei besucherfreundlichen Bedingungen – Temperaturen über zehn Grad – in den beiden Hauptrennen zwei spannende Entscheidungen kurz vor dem Zielstrich am "Mühlberg" beschert. Weder Hanka Kupfernagel (Itera-Stevens) noch Johannes Sickmüller (Stevens Cyclocross Team Hamburg) konnten sich in den Schlussminuten sicher fühlen, wobei die Weltmeisterin schon eher in der letzten Runde die Entscheidung herausfuhr. Der Herren-Gewinner konnte nach einem sehenswerten Duell mit seinem Teamkameraden Ole Quast die Zeichen auf Sieg erst in der letzten Kurve setzen. 25 Grad Temperaturunterschied im Vergleich zum DM-Wochenende im Januar, eine grüne Strecke statt einer eisigen Piste, kein Niederschlag – da fühlten sich die knapp 200 Starter sichtlich wohl, zumal die RMV-Crew wie gewohnt ihre organisatorischen Fähigkeiten offenbarte. Ein Rad-Cross-Tag lief ab wie am Schnürchen. Die internationale Konkurrenz tat vor allem dem Damen-Rennen recht gut. Es gab keine Alleinfahrt an der Spitze von "Hanka Nationale" wie in den Vorjahren, im Gegenteil: Die Engländerin Helen Wyman verlangte der Weltmeisterin alles ab – und dies, obwohl sie einige Minuten nach dem Start stürzte. "Das war bislang das härteste Rennen im gesamten Deutschland-Cup. Doch trotz des intensiven Trainings in dieser Woche, am Vortag noch in Berlin-Grunewald, konnte ich mich absetzen. Ich habe gesehen, dass sie in der Abfahrt langsamer ist. Die Schlüsselstelle war letztlich vor der letzten Abfahrt", ließ die strahlende Siegerin, die nach einer Sturzverletzung am Kopf sich weiter ihrer Bestform nähert, das spannende Rennen mit drei Sekunden Vorsprung Revue passieren. "Das war eine Art Nahkampf vor der Abfahrt. Angesichts der Wetterbedingungen war die Strecke natürlich leichter als bei der deutschen Meisterschafte im vergangenen Januar." Wie schnell das internationale Damen-Rennen war, zeigte sich schon bald, denn bereits in der zwweiten Runde wurden die eine Minute früher gestarteten Junioren überrundet. Für die Olympiateilnehmerin Hanka Kupfernagel war Strullendorf eine gelungene Zwischenetappe auf dem Weg zu einem Weltcup-Rennen in Belgien in acht Tagen und letztlich auch für die WM im Januar 2010. Express-Rad-Cross herrschte auch im Männer-Elite-Rennen, das in der Anfangsphase von einem spektakulären "Überschlag" des Mitfavoriten Christoph Pfingsten geprägt war. Der Vize-Weltmeister und die Nr. 1 des Rennens machte so den Weg frei zu "Hamburger Meisterschaften". Das Stevens Cyclocross Team aus der Hansestadt beherrschte die Szenerie im und am Rande des Hauptsmoorwaldes. "Ich konnte da einfach nicht mit. So wurde das Loch zum Spitzenduo immer größer", sah der Drittplatzierte Finn Heitmann aus Herford die Verhältnisse realistisch. "Entscheidend war wohl, dass ich im Schlussakkord die etwas besseren Beine hatte", wie sich Zielgeraden-Gewinner Johannes Sickmüller kurz nach dem siebten Saison-Erfolg ausdrückte. Er war wie am Tag zuvor in Döhlau etwas leistungsfähiger als Ole Quast. Beide hatten in diesem taktischen Team-Rennen hohen Anteil daran, dass durchgängig 60 Minuten lang sehr schnelle Rundenzeiten gefahren wurden. Vom Pech verfolgt Thomas Lauterbach vom Veranstalter RMV Concordia fuhr ein gut eingeteiltes Rennen und landete auf Platz 33. Einen "Stockerl"-Platz in der Wertung "Bayerische Meisterschaft" erkämpfte sich der Scheßlitzer Tobias Riedl, der für den RSC Kehlheim fährt. Den ersten Höhepunkt des Tages um die Mittagszeit setzte der amtierende "Masters"-Weltmeister Jens Schwedler, der seine Klasse deutlich unter Beweis stellte und die Konkurrenz klar beherrschte. Für den 42-Jährigen war es naturgemäß ein "schönes Rennen", da er auch bei der Materialfrage (Slicks oder Profil) das Passende auswählte und auch den richtigen Druck (im Bereich von 1,6 bis 1,9 bar) im Reifen hatte. "Ein Trainingsrennen war es nicht", wehrte er ab. "Mit einem Vorsprung fährt man eben gelöster und kann sich die Kräfte besser einteilen", lautete das Erfolgsrezept des WM-Champions. Vom Pech verfolgt war Thomas Krön, dem in der ersten Runde ein nicht alltägliches Missgeschick passierte. Als er an seinem Hinterrad den Mantel wechseln wollte, brach er sich eine Rippe – schmerzhafte erste Erfahrung solcher Art in einer langen Radsportkarriere. Nach dem Masters-Rennen schüttelte Lokalmatador Thomas Krön immer noch den Kopf über sein Renn-Schicksal in Runde 1. Der 46-jährige Routinier lag in der Scheune noch in Front, als er nach dem Überspringen eines Hindernisses verkantete und der ("gut aufgeklebte") Mantel weggedrückt wurde. "Ich versuchte ihn wieder draufzuziehen, bin dabei abgerutscht und es hat zweimal knacks gemacht. Ich wusste sofort, dass Rippen gebrochen sind", so der Drosendorfer, der danach ganz fest auf die Zähne biss und nicht aufgab. "Wenn alles glatt gelaufen wäre, hätte ich maximal Dritter in der Bayern-Wertung werden können", mutmaßte er. Krön hat in seiner langen Laufbahn schon einiges erlebt, so etwas jedoch noch nicht ("das darf man eigentlich gar nicht erzählen"). In der Endabrechnung wurde der Concorde, der Cross nur fährt um im Renn-Rhythmus zu bleiben, noch 14. – mit "nur" vier Minuten Rückstand auf Weltmeister Schwedler und einen Rang vor seinem Teamkameraden Winfried Kaindl. Undankbarer vierter Platz: Knapp an der bayerischen Bronzemedaille fuhr der RMV-Vorstandssohn Juri Fischer im Schüler-Rennen vorbei. "Wir wollen uns auf dieser Ebene etablieren", blickt Hauptorganisator Georg Konrad voraus, was im Klartext heißt, dass der internationale Charakter gewahrt werden soll, Meisterschaften aber nicht geplant sind. Die perfekte Organisation und die akzeptablen Rennverhältnisse lobte auch Manfred Ullrich vom Hauptsponsor VR Bank Bamberg, der weiterhin dem Rad-Cross die Treue hält. Elite-Sieger Sickmüller brachte es auf den Punkt: "Hier macht es Spaß zu fahren, diesmal mussten wir nicht einmal frieren und ich kam locker ohne Trinken durch". Auch die erfahreneHanka Kupfernagel betonte die "nette Atmosphäre" in Strullendorf. Auf ein Neues im November 2010! Die Endstände im Überblick Schüler: 1. Manuel Porzner (RSG Ansbach), 2. Fabian Rausch (RSC Oldenburg 1965), 3. Jakob Kruse Jensen (Middelfart CC) Jugend: 1. Marco Mathis (TV Kressbronn), 2. Willi Willwohl (Frankfurter RC 90), 3. Silias Motzkus (Rad-Union Wangen/Focus-Team) Masters: 1. Jens Schwedler (Stevens Cyclocross Team Hamburg), 2. Timo Berner (Berner-Bikes.com), 3. Robert Karrasch (RG Hamburg 1893) Junioren: 1. Jannick Geisler (Harburger RG), 2. Julian Lehmann, 3. Tobias Deprie (beide Stevens Cyclocross Team Hamburg) Frauen international: 1. Hanka Kupfernagel (Itera-Stevens), 2. Helen Wyman (England), 3. Pavla Havlikova (Tschechien) Herren international: 1. Johannes Sickmüller, 2. Ole Quast (beide Stevens Cyclocross Team Hamburg), 3. Finn Heitmann (RC Endspurt Herford 1954)
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Fränkischer Tag Bamberg vom 12.11.2009
Hanka Kupfernagel wieder am Start
Rad-Cross - Die internationale Spitzenfahrerin kommt zum internationalen Rennen nach Strullendorf. Auch die Hobbysportler und die Kinder sind auf die DM-Strecke eingeladen.
Strullendorf - Die international viel dekorierte Spitzenfahrerin, Olympionikin und amtierende Vize-Weltmeisterin Hanka Kupfernagel ist wieder in Strullendorf zu Gast, wenn es am Sonntag, 22. November, um den Karl-Wagner Preis im Rad-Cross geht. Das ließ ihr Trainer Mike Kluge jetzt den FT exklusiv wissen. Ob Straße, Einzelzeitfahren, Radcross, Mountainbike oder Bahn – Hanka Kupfernagel mischt immer vorne mit, hat fünf Weltmeister-, drei Europameistertitel und an die 30 deutsche Meisterehren in ihrer Sammlung. Und: Sie fühlt sich in Strullendorf offensichtlich wohl. Ihr Fokus liegt in dieser Saison nicht so sehr auf den Cross-Weltcups, sondern vielmehr auf der WM im südböhmischen Tabor Ende Januar. Nach einem schweren Sturz im Frühsommer in Kanada hat Hanka Kupfernagel erst Anfang November ihr erstes Rennen bestritten. Auf ihrer Internetseite ( www.hanka-kupfernagel.de ) verrät sie auch Privates: "Mike und ich haben uns getrennt – in aller Freundschaft. Er bleibt aber weiterhin ein wichtiger Ansprechpartner für mich." Beim internationalen Rad-Cross-Rennen um den siebten Karl-Wagner-Preis in Strullendorf, das am Sonntag, 22. November, ausgetragen wird, findet auch für alle Hobbyfahrer der Jahrgänge 1993 bis 1959 ein Jedermann-Rennen statt. Auf dem Querfeldein-Kurs rund um die Haupt smoorhalle in Strullendorf wartet eine 2,5 km lange, mit verschiedenen Hindernissen gespickte Strecke auf alle ambitionierten Radler. Auf der Originalstrecke der deutschen Meisterschaft vom Januar 2009 fährt diesmal nicht nur die deutsche Cross-Elite, sondern erstmals auch die internationale Konkurrenz. Gefahren wird 30 Minuten lang. Wenn dann die Glocke ertönt, müssen alle Teilnehmer noch die letzte Runde hinter sich bringen. Start ist um 11 Uhr am Mühlberg in Strullendorf. Ein weiterer Höhepunkt sind gegen 14.20 Uhr zwei Fette-Reifen-Rennen (Jahrgänge 1995-97 bzw. 1998-00) für Kinder mit einem normalen Fahrrad, die 600 m bzw. 1200 m auf der Cross-Strecke fahren wollen. Auf alle Teilnehmer warten Urkunden und Sachpreise. Es besteht Helmpflicht – Anmeldungen für diese Rennen bis spätestens Freitag, 20. November unter Tel. 09543/851724 oder per
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. Für die Fette-Reifen-Rennen sind aus organisatorischen Gründen keine Meldungen am Renntag selbst mehr möglich. Weitere Informationen gibt es unter www.concordia-strullendorf.de . |
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Fränkischer Tag Bamberg vom 26.11.2007
Die Generalprobe ist gelungen
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Radsport - Der deutsche Meister und Favorit René Birkenfeld gewinnt das Crossrennen des RMV Concordia Strullendorf souverän. Die Vorbereitung für die nationalen Titelkämpfe beginnt.
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VON FT- MITARBEITER BERTRAM WAGNER
Strullendorf - Der sechste Karl-Wagner-Preis der RMV Concordia bei fünf Grad und Sonnnschein gestaltete sich mit insgesamt fünf Rad-Cross-Rennen zu einer vollends gelungenen Generalprobe für die auf gleicher Strecke zu Jahresbeginn 2009 stattfindenden deutschen Meisterschaften. Dabei wurde im Elite/U23-Rennen der amtierende deutsche Titelträger René Birkenfeld (Stevens Cyclocross Team) seiner Favoritenrolle vollends gerecht, beherrschte souverän das Feld und ließ nach einer taktischen Meisterleistung dem Zweitplatzierten Finn Heitmann (Team Heinz von Heiden) keine echte Siegchance.
Der 24-jährige Leichtbau-Student an der Universität Dresden, im Vorjahr Zweiter, setzte sich mit Heitmann schon früh ab und spielte den Trumpf aus, dass als Verfolger zwei Cyclocross-Teamkameraden folgten und so der derzeit Zweitplatzierte im Deutschland-Cup unter Zugzwang geriet. „Warum sollte ich die Führungsarbeit übernehmen? So musste Finn immer vorne weg fahren, das war schwer für ihn. Als ich dann gezuckt habe, war ich beim dritten Mal weg“, analysierte der siegreiche „Windschatten-Fahrer“ das einstündige Rennen über elf Runden. So konnte Birkenfeld weitere Deutschland-Cup-Punkte einfahren. Erster Bürgermeister Andreas Schwarz und Michael Igel vom Hauptsponsor VR Bank Bamberg eG gratulierten den Besten, Sascha Wagner (U23) wurde dritter.
Thomas Lauterbach als Lokalmatador wurde 23. Während der Birkenfeld-Erfolg zu erwarten war, überraschte in Abwesenheit von Hanka Kupfernagel die Plauenerin Claudia Seidel bei den Damen. Für die 26-jährige vom RSV Neustadt/Orla war es in ihrer zweiten Cross-Saison der erste Sieg. „Die abwechslungsreiche Strecke liegt mir, es hat hier richtig Spaß gemacht“, sprudelte es aus der strahlenden Siegerin heraus.
Probleme mit der Kondition hatte auch Vorjahressieger Fabian Danner, das Aushängeschild bei den Junioren nicht. Der Schweizer-Club-Kamerad aus Wangen demonstrierte beeindruckend sein Können, fuhr ein famoses Solo-Rennen und wird nach dem fünften Saisonsieg (bei sieben Rennen) zu einer sicheren „Bank“ auf das Siegerpodest im Deutschland-Cup. Ein Rippenbruch am Vortag verhinderte den Start des Strullendorfers Simon van den Höövel. Die beste Platzierung für den Gastgeber erreichte Florenz Knauer, der sich im „Jedermann“-Rennen (Sieger: Sandro Kühmel) sich als Straßenfahrer auf Platz 6 gut behauptete. Seine Vereinskameraden Bernd Gazda und Winfried Kaindl landeten nach 40 Rennminuten auf den Rängen 14 und 15. Den über vierstündigen Renntag mit rund 150 Startern hatten die Schüler und Jugendlichen eröffnet. Aus 23 Vereinen reisten die Youngster an.
Im Fernsehen Bayerisches Fernsehen, Abendschau/Regionalzeit, 26.11., 17.35 Uhr
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Fränkischer Tag Bamberg vom 26.11.2007
Die Strullendorfer bekommen Lob von allen Seiten
Bilanz - Die Concordia scheint nicht nur für die deutschen Titelkämpfe, sondern für noch mehr gerüstet zu sein.
Bertram Wagner Strullendorf
Schon vor dem Elite-Rennen strahlten Concordia-Vorstand Thomas Fischer sowie das Ehepaar Helga und Georg Konrad, die maßgelichen Organisatoren, am Samstagam Fuß des Mühlbergs um die Wette. Jens Schwedler, ehemaliger Nationalfahrer und nun sportlicher Leiter des Stevens Cyclocross Teams, stufte die Strullendorfer Radcross-Strecke am südlichen Rande des Hauptsmoorwaldes als „weltcup-verdächtig“ ein. Vom Kurs, den Anforderungen und der Attraktivität her gehöre sie zu den Schönsten in Deutschland, so der Fachmann. „Für uns beginnt jetzt die Vorbereitung auf die ,Deutsche‘. Kleinigkeiten, wie Hindernisse angleichen, und eventuell noch ein, zwei Schikanen einbauen, dann müsste alles passen“, blickt der Concordia-„Chef“ Fischer zuversichtlich voraus. Über 400 Tage haben die Strullendorfer noch Zeit, ehe einer der Höhepunkte der Vereinsgeschichte in Strullendorf stattfindet. Dann sind sicherlich auch der Herren-Gewinner René Birkenfeld und die Damen-Siegerin Claudi Seidel vom Samstag wieder dabei. Birkenfeld erwartet 2009 wieder ein taktisches Rennen („dies ist gefährlich, aber auch gleichzeitig reizvoll“) und wünscht sich noch „ein paar selektive Elemente“. Er gibt sich optimistisch – trotz des langen Anstiegs, der „sehr weh tat“ – und freut sich über den relativ flachen Kurs. „Der Kurs ist perfekt, technisch schwer und typisch cross-würdig. Der Wechsel des Untergrunds und die Antritte nach den Kurven sorgen dafür, dass man gar nicht so leicht steuern kann“, analysierte Peter Schaupp vom Bund Deutscher Radfahrer die Strullendorfer Verhältnisse. Einziger Wermutstropfen: Nach den knapp 1000 Besuchern im Vorjahr an einem Sonntag kamen bei der diesjährigen Veranstaltung am Samstag nur knapp die Hälfte an Fans.
Fränkischer Tag Bamberg vom 23.11.2007
Der Testlauf für die DM 2009
Radsport - Beim Crossrennen des RMV Concordia Strullendorf geht es um Punkte für den Deutschland-Cup. Die nationale Elite mit Meister Birkenfeld an der Spitze ist am Start.
Bertram Wagner Strullendorf
Für die knapp 200 aktiven Pedalritter wird am morgigen Samstag das Wetter bei der sechsten Auflage des Karl-Wagner-Preises im Rad-Cross nach dem vorwinterlichen Kälteeinbruch gerade einmal eine Randnotiz sein. Für sie geht es rund um die Hauptsmoorhalle vielmehr um Punkte im Deutschland-Cup und gute Platzierungen in ihren Klassen. Der RMV Concordia Strullendorf hat sich mit seinem Rad-Crossrennen in den vergangenen Jahren einen derart guten Ruf verschafft, so dass es fast schon eine Selbstverständlichkeit ist, dass die nationale Elite im Querfeldeinsport vor den Toren Bambergs zu Gast ist. Am Rande des Hauptsmoorwaldes mit dem Start in der Hauptsmoorstraße und dem Ziel an der Stöckleinhalle (Mühlberg) findet die 13. Etappe des Deutschland-Cups statt, der mit der Meisterschaft am Dreikönigstag in Herford die Krönung der Saison erfährt. Die deutsche Meisterschaft 2009 im Radcross wird morgen sicher ein Dauerthema sein, denn in gut 13 Monaten ist es soweit, dass die Titel auf dem 2,5 km langen „Wald- und Wiesen-Kurs“ in Strullendorf vergeben werden, wobei die Strecke auch wieder mit Treppe, Brücke und (Hallen)-Hindernis gespickt ist. Dies ist für die Asse sicher auch ein Anreiz, schließlich ist dies der letzte Testlauf vor den Titelkämpfen 2009. Der Vorstandsvorsitzende der VR Bank Bamberg, Manfred Ullrich, schickt die Männer um 14.30 Uhr auf die Strecke des Hauptrennens. Rund ein Dutzend Runden werden die Hauptdarsteller in der einstündigen Rennzeit bewältigen und die Blicke der Fans werden besonders auf die Startnummer 1 gerichtet sein. Der deutsche Meister vom Stevens Cyclocross Team aus Hamburg, Rene Birkenfeld, ist als Zweiter des Vorjahres der Topfavorit. Doch ein Selbstläufer wird dies nicht, denn mit Finn Heitmann (Team Heinz von Heiden) und Birkenfeld-Vereinskamerad Sascha Wagner werden der Zweite und Dritte der aktuellen Cup-Wertung in der Jäger-Rolle sein. Weitere erfahrene Spitzenkräfte sind am Start, ganz zu schweigen von etlichen weiteren „jungen Wilden“, den U23-Fahrern, die bereits zu den ernsthaften Sieganwärtern gehören. Die beiden Juniorenmeister von 2006 und 2007, Ole Quast und Yannik Tiedt (beide Hamburg), gehören zu den jungen Cross-Spezialisten, die ihr Sportgerät bestens beherrschen. Aus lokaler Sicht steht Thomas Lauterbach – 2005 und 2005 jeweils mit einem Podestplatz bei der „Bayerischen“ – im Mittelpunkt. Die Schau wird den Männern diesmal nicht gestohlen, denn die mehrfache WM-Titelträgerin und aktuelle Europameisterin Hanka Kupfernagel – in den Vorjahren der Publikumsliebling – verzichtet auf ihre Teilnahme im Rennen 4 (Start: 13. 30 Uhr). Ihre Konzentration gilt den Straßenrennen bei Olympia in Peking. Favoritinnen in diesem Jahr: Sabrina Schweizer (RU Wangen) und Wiebke Klüßendorf (Pfeil Magstadt), die in einer „Doppelkonkurrenz“ mit den Junioren 40 Minuten fahren. Bleibt die Kardinalfrage bei den Youngstern: Bekommt die „weiße Weste“ von Fabian Danner (RU Wangen) – drei Starts, drei Siege – den ersten Fleck? Dem Führenden im Deutschland-Cup, Christoph Altenkirch aus der Cross-Hochburg Kleinmachow, sowie dem starken Hamburger Quartett des Rennstalls Steven Cyclocross kann man durchaus zutrauen, dass der deutsche Straßenmeister von 2006 nicht wieder die Siegerschleife bekommt. Außenseiter-Chancen besitzt Lokalmatador Simon van den Höövel. Eine Neuerung gibt es im Rennen 3 (Start: 12. 35 Uhr): Im „Jedermann“-Rennen dürfen auch lizenzierte C-Fahrer mitfahren. 30 Minuten auf dem Elitekurs, da werden einige Radsportler schon an ihre Grenzen gehen müssen. Bereits gemeldet haben: Winfried Kaindl, Florenz Knauer, Bernd Gazda (alle Strullendorf) und Utto Kadlac (Bamberg). Kurzentschlossene können sich noch bis eine Stunde vor Rennbeginn anmelden (Telefon 09543/851724 oder E-Mail radsport(at)concordia-strullendorf.de). Zehn Minuten vor Zwölf tritt der Strullendorfer Bürgermeister und Schirmherr Andreas Schwarz in Aktion als Starter beim Jugend-Rennen (mit den Concorden Matthias Beck und Marcel Granzer), dem eine Minute später die Schüler folgen. 70 Helfer der Concordia – mit tatkräftiger Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr Strullendorf – sind im Einsatz.
Fränkischer Tag Bamberg 2006
Hanka Kupfernagel und Thorsten Struch begeistern die Fans Rad-Cross wie aus dem Bilderbuch
- Eine wahre Bilderbuch-Veranstaltung erlebten 1000 Fans beim gestrigen Rad-Cross-Rennen, dem 5. "Karl-Wagner-Preis" der RMV Concordia Strullendorf, am südlichen Rande des Hauptsmoorwaldes. Bei frühlingshaften Temperaturen dieser insgesamt vierstündigen, perfekt organisierten Veranstaltung standen erwartungsgemäß die dreifache Weltmeistern Hanka Kupfernagel, die die Frauenkonkurrenz klar beherrschte, und die Nationalmannschafts-Fahrer mit Sieger Thorsten Struch (aus Vaihingen) im Fokus des großen Interesses. Die umgestaltete Strecke mit einer eingebauten Brücke und einer stärkeren Zentrierung um das Ziel begeisterte Fans und Aktive, die mit großem Einsatz bei der Sache waren. Allein 60 Querfeldeinfahrer gingen beim Elite-Rennen an den Start, die elf Runden a knapp 2, 5 Kilometer boten rasanten Sport und auch Spannung, als sich bei der Hälfte des Rennens drei Dreiergruppen in Szene setzten. Es dauerte dann nicht lange, ehe Thorsten Struch seinen "Turbo" zündete und unwiderstehlich davonzog. Der 22-jährige bot eine exzellente Solo-Vorstellung und beherrschte die Szenerie rund um den "Mühlberg". Selbst in der letzten Runde - bei einem sicheren Vorsprung - ging er nochmals aus dem Sattel. "Ich habe die sichere Variante gewählt und mich beim Start zurückgehalten. In der zweiten Hälfte konnte ich so richtig Gas geben", erläuterte der umjubelte Sieger - vor Renè Birkenfeld (Stevens Racing Team) und Paul Voss (Nationalmannschaft), der nun im Deutschland-Cup führt - seine erfolgreiche Taktik und seine fast atemberaubende Renngeschwindigkeit im Schlussakkord. Zu diesem Zeitpunkt erfüllte das "Zugpferd" Hanka Kupfernagel bereits viele Interview-, Foto- und Autogrammwünsche. Die namhafteste deutsche Radsportlerin demonstrierte auf der anstrengenden "Piste" ihre Klasse und hatte sichtlich Spaß sich im Junioren-Rennen mit dem männlichen Nachwuchs zu "duellieren", wie sie hinter bekannte. Ein gelungener Schachzug diese beiden Rennen zusammenzulegen, denn die nächstplatzierten Damen hatten gegen Kupfernagel nicht den Hauch einer Chance. "Mit den Junioren ist dies ein sehr guter Vergleich, die Jungs haben mehr Kraft, ich fahre die höhere Frequenz und bin reaktionsschneller", so der "Star zum Anfassen", der immer wieder in der Spitzengruppe auffuhr und motiviert ("ich ging bis an meine Grenzen") bis zum Zielstrich das Rennen durchzog. Der siebte Platz des "Misch-Rennens" hat gerade mal statistischen Wert, entscheidend war vielmehr wie sich die Anwärterin auf dem WM-Titel präsentierte. Nahtlos an eine erfolgreiche Straßensaison knüpfte der Junioren-Gewinner Fabian Danner an. Der Allgäuer aus Wangen kontrollierte das Feld und kam zu einem ungefährdeten Sieg. In diesem Rennen gab es die einzigen Erfolge für den Veranstalter, da die Cross-Rennen, die aus dem gesamten Bundesgebiet Fahrer anzogen, auch als Bayerische Meisterschaften gewertet wurden. Hinter Igor Gerling (Augsburg) erkämpfte sich Nationalfahrer Florenz Knauer den zweiten Platz vor seinem Teamkollegen Simon van den Höövel. Der Lisberger fuhr nur so "just for fun", berichtete von einem "intensivem Rennen", bei dem man nicht - wie auf der Straße - groß taktieren kann. Für den Vize-Meister ein Achtungserfolg, nicht mehr und nicht weniger, denn der Concorde hat schließlich die WM 2007 in Mexico im Visier.
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Concordia peilt "Deutsche" 2009 an
"Die Strecke ist prädestiniert für große Rennen, ich bin von der Organisation und dem Wettkampfgeschehen begeistert, die Zuschauerresonanz ist hervorragend und es gab nicht einen einzigen Unfall", bilanzierte Peter Streng als Präsident des Bayerischen Radsport-Verbandes den gestrigen Rad-Cross-Renntag, der für die veranstaltende Concordia zum "Türöffner" für die Deutsche Meisterschaft 2009 werden könnte. Die Strullendorfer Bewerbung läuft bereits, Vorstand Thomas Fischer ist sich mit den Hauptorganisatoren Helga und Georg Konrad einig, es mindestens dreimal zu probieren, zumal auch der nächstjährige Austragungsort (Herford) auch einen langen Atem - bei siebten Mal klappte es - brauchte. Organisatorisch und auch von der Streckengestaltung sind die Strullendorfer bereits Spitze, einziges großes Fragezeichen ist natürlich immer der Wettergott. Dass in den nächsten Jahren ein November-Sonntag noch einmal so strahlen wird kann nicht erwartet werden. BR-Reporter Charly Hilpert (gestern im Hemd) erinnerte sich an richtige Winter-Rennen ("da mussten wir uns mit Glühwein warm halten"), natürlich strahlte auch Bürgermeister Andreas Schwarz mit der Herbstsonne um die Wette ("nach Kirchweih und Mittelalterfest bereits zum dritten Mal Wetterglück") und freute sich bei diesem Traumwetter über eine Rekord-Fankulisse. Tolles, familiäres Ambiente, dazu einen Sprecher wie Harald Schwager (Ansbach), der einem wandelndem "Radsport-Lexikon" gleicht, und die vielen Concordia-Hände, die nahtlos ineinander greifen - die Rahmenbedingungen stehen fest. Selbst die Brücke mit einem zehn Meter großen Bogen und einer Tragfähigkeit von vier Tonnen wurde am Tag vor dem Rennen im Eiltempo gezimmert. Egal wohin man schaute, überall strahlende Gesichter, auch Mike Kluge als Kupfernagel-Manager und -Trainer lobte. "Das ist eine anstrengende Strecke, bei der man oft im roten Bereich fährt, sie verleidet zum schnellen Fahren." Einziger Wermutstropfen: Sollte Hanka Kupfernagel ihre Pläne auf der Straße Richtung Peking 2008 wahr machen, dann sagt eine äußerst sympathische Sportlerin ohne jegliche Allüren dem Querfeldein-Sport ade.
von Bertram Wagner/ FT Bamberg
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