In der fünften Jahreszeit regieren die Gaaskeeser in der Karl-Wagner-Halle.

Traditionell findet am Faschingswochenende die Prunksitzung der Gaaskeeser statt. Seit 1983 begeistern die Akteure auf der Bühne unsere Gäste mit Büttenreden, Sketchen und natürlich den faszinierenden Tänzen unserer international erfolgreichen Tanzsportgarden. Jahr für Jahr bringen neue "verrückte" Ideen und Einfälle in Szene gesetzt um die ausverkaufte Karl-Wagner-Halle zum Kochen.

Besuchen Sie unsere Galerie um sich einen Eindruck von diesem alljährlichen Spektakel zu holen. 

 

FT-Bericht vom Montag, 19. Februar 2007

24. Prunksitzung der Strullendorfer „Gaaskeeser“

VON BERTRAM WAGNER

Strullendorf – Vor insgesamt 1300 „Gaaskeeser“-Narren an den zwei Abenden der 24. Prunksitzung in der Karl-Wagner-Halle zündeten über 120 Aktive wieder ein Feuerwerk, das knapp fünf Stunden anhielt und beste Faschings-Unterhaltung bot. Die gelungene Mischung aus Tanz- und Gardeeinlagen sowie Sketchen aus der großen weiten Welt, aber auch mit Lokalkolorit, wurde von der gastgebenden RMV Concordia – bis auf drei „Kulturbanausen-Nummern“ – alleine präsentiert, was dieser Faschingssitzung noch eine besondere Note verleiht. Eigenregie von A bis Z statt „Fremdeinkäufe“ – lautet das Erfolgsrezept der Crew um Vorstand Thomas Fischer.

Die erste „Gaaskeeser“-Bombe platzte gleich zum Auftakt, der Elferat diesmal ohne Präsident. Die Suche blieb zunächst erfolglos, zum Glück tauchten zwei „Tanten“ auf, nein nicht aus Fürth, sondern aus der Heimat. Frieda alias Hilde Bolz und Anneliese alias Dirk Hirsch (gestaltet zudem einige Tanznummern beeindruckend) als Seniorinnen-Duo nahmen nach einiger Diskussion auf dem „Chefsessel“ Platz: „Zwei alte Schachteln“ als Sitzungspräsidenten, eine gelungene Premiere, da sie sich in ihrer naiven und tollpatschigen Art gut ergänzten und die insgesamt 29 Faschingshappen zu einem einzigen Leckerbissen werden ließen.

Auch die zwei ersten Darsteller in der Bütt wurden zum ersten Mal ins (Faschings)-Wasser geworfen: Kein Problem für Anja Schwaiger, die auf Männersuche in Strullendorf ging, und erst gar nicht für deren Neffen Adrian Hafenecker, ein „bedauernswerter Bub“, der tagtäglich total gestresst wird. Das ehemalige Gardemädchen ging nach Schönheitsoperationen auf Männer-„Fang“, hatte wenig Interesse am Elferrat („lauter alte Besen“), fand den Pfarrer am besten, blieb bei Wallfahrten und Fahrten erfolglos, ehe sie nach einer Einkaufswagen-Kollision das große Glück fand. Vom „Stress ohne Ende“ berichtete der 10-jährige Knirps: Aufstehen, Waschen, Schule, Hausaufgaben, Fußball – und auch am Wochenende todmüde aufgrund der Plagerei im Elternhaus. Ein absolut cooler Auftritt, der die erste „“Begeisterungs-Rakete“ zündete.

Wesentlich mehr Bühnenerfahrung haben da schon Claudia Thomsen und Jürgen Steppan, die als Prinzenpaar genervt von Veranstaltung tourten. Egal wo sie auftraten im Landkreis, darunter auch in „Süsselfoar“ und „Oberhaad“, spulten sie ihr Programm emotionslos ab, ehe sie bei den „Gaaskeesern“ landeten. Die „Faschingsdeppen“, der Prinz dazu alkoholisiert, ließen dann nochmals so richtig „die Sau raus“. Fazit: Alles lästig, auch wenn sie sich „zusammenrissen“. Strullau, Strullau!

Lokales hier, Einbeziehung der Besucher dort – ganz besonders bei den „Lebenden Bildern“, in Szene gesetzt von Jaqueline aus Paris (Gerlinde Götz) und ihrem Mitarbeiter Pierre (Wolfgang Bühner), der die Menschen nach den Vorgaben der „Malerin“ herbeischaffen musste. „Der geregelte Stuhlgang“ über „Die große Dürre“ bis zum grandiosen Schlussbild „Der Ehemann lässt den alten Drachen steigen“ – da waren keine Farbe und keine Leinwand notwendig, die „Auserwählten“ waren die richtigen Models.

Die Sitzung lebte auch von den exzellenten Gardeauftritten, die seit Jahren mit Auszeichnungen auf höchster (europäischer) Ebene geschmückt werden. Christina Sörgel und Eileen Schmaus als Tanzmariechen, das Young Team II mit einer Show-Tanz-Matrosen-Nummer und last but not least die Mini-Garde. Die Kleinsten entfachten Hochstimmung, ganz besonders im Holland-Outfit. Damit endete eine „Gaaskeeser“-Ära: Lotte Kaluza beendet nach 23 Jahren mit an die 300 trainierten Kindern – zudem wurden im Verein  451 (!) Mini-Kostüme genäht – ihre Rolle als umsichtige „Erstbetreuerin“. „Standing Ovations“ – eine bewegender Abschied von der „Mini“-Bühne!

Neben den „Rheinischen Gaden“ sorgten ganz besonders die Show-Tänze für „Eye-Catcher“. Einmal „gruselig, aber schön“ (laut Anneliese), wie beim New Age Team mit Sklavinnen, die schnell sich der Ketten entledigten und einen atemberaubenden Tanz zeigten, ein andermal sportlich als „Cheerleader“ (Young Team I). Als besondere „Schmankerl“ wurden serviert: Der Minigarde-Paartanz mit Svenja Heuer und Leonie Ehrhardt und der akrobatische Paartanz der beiden „Sprayerinnen“ Sophia Römer und Janina Feulner.

„So schön kann ein Schwimmbadbesuch sein“ – überspitzte Jürgen Steppan dieses sommerliche Thema und ließ einen chaotischen Tag – mit „Telekom-Radfahrern“ überall – Revue passieren. Da steckte viel Power dahinter, genauso wie bei den weiblichen „Kulturbanausen“, die den alten Elferrat von der Bühne schmissen. „Frauen an die Macht“ – Frauenrevolte pur! „Die Räte glotzen bloß blöd aus der Wäsch’“ – 0b 2008 die endgültige Ablösung erfolgt?

Die Lachmuskeln strapazierte die „Pinkelpause“ während einer Gemeinderatsitzung. Für Olli Spörl, Jürgen Spörl und Werner Wagner gab es viel Unruhe auf dem WC, die allerdings über die Parteigrenzen hinweg gelöst wurde. Entschlüsselt wurden auch einige Fußballbegriffe, von den beiden „Hausfrauen“ Katharina Wagner und Christina Stone. Als sie die biederen Schürzen abwarfen und im Deutschland-Trikot da standen, schmetterten sie mit dem Massenchor im Saal „54-74-90-2010“. Der Gassenhauer wurde zum „Selbstläufer“.

 Ihre Vorschusslorbeeren rechtfertigten wieder einmal die „Ladykiller“ als „Sieben Zwerge“(mit Vorstand Thomas Fischer, Günther Sörgel, Klaus Bittner, Bernd Kraus, Martin Freudenberg, Wolfgang Bühner, Tobias Spörlein), die das Schneewittchen (Olli Spörl) mit ihren Reizen erwachen ließen. Der Männer-Strip kurz vor Mitternacht rief Begeisterungsstürme hervor, die mit dem folgenden „Finale“ gar nicht enden wollten.

Bleibt die Kardinalfrage, wie können die „Gaaskeeser“ das Niveau zum 25. Jubiläum im Jahr 2008 toppen? Eine Herausforderung, da die 2007er-Auflage alles bot was das Unterhaltungs-Herz so begehrt! 

Quelle: Fränkischer Tag 

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